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Simon Bächinger – ein ganz normales Wunderkind

Sucht man im Google unter dem Stichwort „Simon Bächinger“, dann erscheinen über 70 Einträge zum 19-jährigen Gymi-Schüler und Jung-Pianisten. Simon Bächinger steht kurz vor seiner Matura an der Kantonsschule Zürich Stadelhofen und avancierte ganz allmählich zu einem virtuosen Pianisten und Djembe-Percussionisten. Er ist in Hedingen aufgewachsen und zog vor rund einem Jahr nach Zwillikon. Bereits seit einigen Jahren verdient sich der Gymnasiast sein Taschengeld mit Klavier- und Djembe-Unterricht an der Musikschule seiner Mutter, Gabriela Bächinger, welche als Musikpädagogin in Zwillikon das „Musik- und Tanzatelier am Weiher“ aufgebaut hat. In Hedingen ist Simon immer noch täglich anzutreffen, wenn er seinen Zug in die Stadt nimmt und Freunde trifft.

Simon Bächinger spielt Klavier und nebenbei auch Djembe. Schon als kleines Kind war er musik- und rhythmusbegeistert. Die Mutter brachte ihm das erste Klavierspiel bei und immer wieder spielten die beiden zusammen auf den afrikanischen Trommeln. Sein Talent wurde früh erkannt und gefördert. Simon erhielt Unterricht bei der bekannten Konzertpianistin Galina Vracheva. Trotz seiner Musikbegeisterung spielte er auch immer Fussball, lange in einem Club und war unterwegs mit Freunden, wie andere Jugendliche in seinem Alter auch.
 

Bereits im frühen Jugendalter nahm er an verschiedenen internationalen Wettbewerben teil und gewann dabei zahlreiche Preise, unter anderem mit 12 Jahren den 1. Preis des internationalen solothurnischen Musikwettbewerbs. Simon Bächinger gilt als ein grosses schweizerisches Nachwuchstalent. Am Jecklin Musikwettbewerb 2006 beeindruckte er die Jury mit seinen Eigenkompositionen. Als Preisträger spielte er zusammen mit anderen im KKL Luzern, wo er das Publikum begeisterte. Für seine Maturarbeit analysierte er das legendäre Kölner Konzert des Jazz-Allrounders Keith Jarrett, daraus entstanden weitere Improvisationen. Durch seine Auftritte gelangte er zu einem Musikverlag, der unter dem Titel „My Rhythm“ seine Eigenkompositionen als CD veröffentlichte.
 
Mit Kopf, Herz und Verstand
Hört und sieht man diesem jungen Menschen beim Spielen zu, ist man einfach beeindruckt. Simon verfügt über ein grosses klassisches Repertoire, ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl und eine hohe musikalische Intelligenz. Das alles zusammen verschmilzt in seinen Kompositionen und Improvisationen zu einer eigenständigen, klanglichen Vielfalt. Simon spielt gleichzeitig auf dem Flügel und auf dem Djembe, als wären beide Instrumente zusammen ein Musikkörper. Die Klänge des einen hallen im anderen wider und ergänzen sich. Man spürt, dass Simon ein fein verästeltes Gefühl für die musikalische Visualisierung von Bildern, Atmosphären und Stimmungen hat. Durch sein virtuoses Spiel, sein technisches Können und seine Sicherheit beim musizieren wirken seine Vorführungen wie ein genussvoller Sonntagsspaziergang. Die Musik kommt präzis, sicher, leicht und luftig daher und man staunt, was dieser junge Mensch schon weiss und kann. Man vergisst beim Zuschauen sein Alter. Kopf, Herz und Hände befinden sich im Einklang bei Simon. Und über allem schwebt diese Leichtigkeit.
 
Trotz seinem Erfolg ist Simon ein bescheidener und zurückhaltender, junger Mann, der beim Publikum den Eindruck hinterlässt, dass die Musik alles verbindet und sein Können nur das Mittel ist, diese universelle Sprache allen zu ihrer Freude zugänglich zu machen. Der sympathische Schüler wuchs trotz seines Talentes und Engagements als gut integriertes und normales Kind auf. In seiner Klasse geniesst er die Solidarität seiner Mitschüler und Mitschülerinnen, die ihn begeistert feiern, wenn er in ihrer Nähe ein Konzert veranstaltet, wie es zum Beispiel im Januar 2008 im Jecklin - Forum in Zürich der Fall war.
 
 
Interview mit Simon Bächinger
 
DZ: Simon, was bedeutet dir Musik?
SB: Musik ist mein Leben, seit ich denken kann. Mich faszinierte einfach alles, was Klänge und Töne von sich gab. Auch die technische Seite der Musik fand ich spannend. Wir hatten viele Instrumente zu Hause, da meine Mutter Musikunterricht erteilte. Unser Instrumentenzimmer suchte ich oft stundenlang auf, aus Lust und Freude an der Musik, aber auch, wenn ich verärgert oder traurig war. Musik ist sehr wichtig für mich, weil Musik Bewegung bedeutet und Bewegung heisst Leben. Aus dem Leben kann man wiederum viel durch die Musik lernen und umgekehrt.  
 
DZ: Was hörst du selber gern? Welche Art von Musik?
SB: Neben der Klassik höre ich auch sehr gerne Jazz. Ich höre aber auch Funk und Hip Hop und alles, was im Moment läuft, denn nur so kann ich mir auch ein Bild des musikalischen Zeitgeistes machen.
 
DZ: Du bist jetzt erst 19 Jahre alt und hast dieses aussergewöhnliche Talent und Können. Steht es für dich fest, dass du Musiker werden möchtest?
SB: Ja, im Moment kann ich mir nichts anderes vorstellen. Ich möchte gern an eine gute Musikhochschule, ob im Ausland oder in der Schweiz ist noch offen.
 
DZ: Ist „My Rhythm“ deine erste CD?
SB: Es ist die erste, die im Verkauf ist und von einem Verlag veröffentlicht wurde.
 
DZ: Welche Art von Musik spielst du am liebsten?
SB: Am liebsten spiele ich Improvisationen, das heisst, Musik, die aus dem Moment heraus entsteht. Auch das Einüben von klassischen Stücken gefällt mir sehr, weil es mich herausfordert. Aber auch der Jazz hat es mir angetan. Ich probiere viel aus und experimentiere z.B. mit der Kombination von Klavier und Djembe.
 
DZ: Wie entstehen deine Stücke?
SB: Ganz wenige Musikstücke schreibe ich Ton für Ton auf. Die meisten Stücke entstehen aus Improvisationen, bekommen dann in meinem Kopf eine Form und werden so zu Kompositionen. An Konzerten improvisiere ich direkt, ausser natürlich bei klassischen Aufführungen, wie z.B. morgen in der Aula Ennetgraben in Affoltern, wo ich u.a. die „Rhapsodie in Blue“ von George Gershwin spiele.
 
DZ: Dein Spielen kommt so leichthändig daher. Wie viele Stunden spielst du täglich? Gibt es Pflichtstunden, die du nicht so magst?
SB: Ich übe gerne. Durch die Schule habe ich manchmal nicht die notwendige Zeit dazu, aber vor grossen Konzerten können es dann schon einmal fünf Stunden oder auch mehr am Stück sein. Oft übe ich in der Nacht...
 
DZ: Nimmst du immer noch Klavier-Unterricht? 
SB: Ja, natürlich, ich glaube, ich habe nie ausgelernt! Ich gehe einmal pro Woche in den Unterricht zu Galina Vracheva, wenn sie nicht gerade im Ausland ist und selber Konzerte gibt. Sie tritt weltweit auf und besitzt neben ihrer klassischen Brillanz u.a. die grosse Fähigkeit, verschiedene klassische Musikwünsche aus dem Publikum aufzunehmen und darüber zu improvisieren. Es gibt kaum Pianisten, welche dies auf so hohem Niveau beherrschen.
 
DZ: Was machst du als Percussionist? Nimmst du hier auch Stunden?
SB: Zur Zeit nicht. Dafür gebe ich selber Trommelunterricht und lerne viel dabei!
 
DZ: Darf man dich in deinem Alter schon nach Zielen fragen?
SB: Mein kurzfristiges Ziel ist es, weiterhin Konzerte zu geben. Zur Zeit läuft aber auch ein Projekt mit einem Journalisten und Produzenten aus Deutschland für die Weiterverarbeitung meiner Kompositionen für einen Film. Mit meinem Kollegen, Beat Kermanschah, der ebenfalls Pianist ist, werde ich Musikprojekte vorbereiten.         Zudem ist eine weitere CD in Planung.
 
DZ: Gibt es – neben der Musik – auch andere Themen, die dich beschäftigen? Du bist ja im Gymi und kurz vor der Matur.
SB: Ich habe sehr viele Interessen, aber die Musik steht schon zuoberst.
 
DZ: Hast du eine Homepage?
SB: Ja, das ist heute wohl so üblich: www.simonbaechinger.ch.
 

Simon, herzlichen Dank für dieses Interview und die DZ wünscht dir alles Gute für deine weitere musikalische Laufbahn.    Silvia Berger

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